Brickfilm Tutorial

Brickfilm Tutorial – Anfänger

Ein Stop-Motion Tutorial für Anfänger

Diese Dinge benötigst du:

  • Kamera
  • Kleines Stativ
  • Computer

Die Kamera

Eigentlich lässt sich ein Brickfilm mit jeder Kamera drehen. Besonders geeignet sind aber kleinere Kameras, da diese näher an das Set gestellt werden können. Der Blitz sollte unbedingt ausgeschaltet werden, da die Bilder sonst überbelichtet werden.

Damit jedes Einzelbild scharf dargestellt wird, sollte zudem der Autofokus deaktiviert werden. Manchmal kann die Kamera nicht unterscheiden, welcher Bildbereich gerade scharf gestellt werden soll. Deswegen lieber mit manuellem Fokus fotografieren!

Notfalls kann man aber auch den Makro-Modus der Kamera verwenden, der den Fokus immer auf die nahen Objekte setzt.

Tipp: Der Makro-Modus ist häufig durch ein Blumensymbol gekennzeichnet.

Das Stativ

Je tiefer unten die Kamera ist, desto besser sieht es später im Film aus. Versuche die Kamera auf Augenhöhe mit den Lego Männchen zu halten! Am besten sind sogenannte Ministative geeignet. Vor dem Fotografieren alle Schrauben festziehen, damit sich die Kamera während dem Dreh nicht bewegt. Auch das Stativ sollte auf dem Untergrund gut befestigt werden, damit im Film später nichts wackelt.

Geheimtipp: Verwende UHU patafix, um dein Stativ am Boden zu befestigen.

 

Die Beleuchtung

Für kurze Drehs ist Sonnenlicht völlig ausreichend, bei langen Drehs sollte man jedoch eine Lampe verwenden. Ansonsten verändert sich die Helligkeit der Bilder beispielsweise durch eine Wolke am Himmel.

Da Legosteine das Licht reflektieren, sollte man die Kamera beim Aufstellen der Lampe probeweise einschalten und die Position der Lampe im Notfall korrigieren.

Für kleinere Lichtquellen bieten sich Original Lego LED-Lichter an, die direkt mit den Kulissen verbaut werden können. Alternativ kann auch ein einfarbiges Bild am Smartphone dienen. Natürlich muss dabei die Helligkeit höher als sonst gestellt werden.

 

Die Kulissen

Für die Kulissen bietet sich eine große Lego Grundplatte an, damit alle Gebäude fest verankert werden können. Falls mehrere kleine Platten verwendet werden sollen, am besten mit flachen Legosteinen verbinden.

Tipp: Fixiere deine Grundplatte, damit nichts verrutscht!

Die Lego Kulissen sollten möglichst großräumig gebaut werden damit beim Bewegen der Figuren noch genug Platz für die Hände frei ist. Für einfache Hintergründe kann ein farbiges Stück Stoff verwendet werden. Bei den Gebäuden kann getrickst werden.

Falls ein Gebäude nur als Hintergrund dienen soll, reicht es völlig nur die Front des Gebäudes zu bauen. Das spart Arbeit und Legosteine, außerdem können die Kulissen leichter umgebaut werden!

 

Das Drehbuch

Du musst kein perfektes Drehbuch für deinen Film schreiben. Trotzdem solltest du eine grobe Idee von deinem Film haben. Schau dir deine Lego Bauteile an und überlege welche Teile du, für was verwenden könntest.

Schwierig wird es mit Spezialeffekten wie Wasser, Feuer und Explosionen. Auch Sprünge und Actionszenen bedeuten viel Arbeit. Dazu mehr im Profitutorial …

 

Der Dreh

Jeder Film besteht aus vielen Einzelbildern, den sogenannten FPS.

FPS = Frames per Second, auf Deutsch also Bilder pro Sekunde.

Je mehr Bilder ein Film pro Sekunde hat, desto flüssiger sieht er aus. Normale Filme haben meistens 30 Bilder pro Sekunde.

Um einen Lego Brickfilm mit einer so hohen Einzelbilderzahl zu drehen, würde man Wochen brauchen. Deswegen beschränkt man sich häufig auf eine niedrigere Zahl, zum Beispiel 3 – 4 Bilder pro Sekunde.

Aber wie sieht das in der Praxis aus?

Um eine Lego Figur zum Laufen zu bringen, brauchst du mehrere Fotos.

Die Schritte laufen folgendermaßen ab:

1. Beide Beine gerade nach unten

2. Rechtes Bein nach vorne

3. Beide Beine gerade nach unten

4. Linkes Bein nach vorne

Für jeden einzelnen Schritt musst du natürlich ein Foto machen.

Nach 4 Schritten solltest du also 4 Fotos haben!

 

Tipp: Um nicht jedes Mal die Figur bewegen zu müssen kannst du auch 3 gleiche Figuren nehmen. Wenn du anschließend die Laufbewegung fotografierst musst du nur noch die Figuren austauschen!

 

Die Arme können immer entgegengesetzt mit den Beinen bewegt werden.

-> Ist das rechte Bein vorne, hebt man den linken Arm leicht an.

-> Ist das linke Bein vorne, hebt man den rechten Arm leicht an.

Während ein Arm z. B. der Linke vorne ist, bewegt man jeweils den anderen Arm leicht nach hinten.

 

Die Software

Um deine Einzelbilder zu einem Film zusammenzufügen brauchst du ein Videoschnittprogramm. Hier ist eine Übersicht der bekanntesten Programme:

 

Windows:

– für Anfänger: Windows Live Movie Maker (gratis)

– für Fortgeschrittene: Magix Video Deluxe (ca. 70€)

 

Mac:

– für Anfänger: Apple iMovie (gratis)

– für Fortgeschrittene: Apple Motion (45€)

 

Wie ihr den Film erstellt zeige ich euch im nächsten Tutorial.

Brickfilm Tutorial – Fortgeschrittene

Ein Stop-Motion Tutorial für Fortgeschrittene

 

Videoschnitt

Falls du vor hast deinen Brickfilm auf YouTube zu veröffentlichen, solltest du die unterstützten Dateiformate kennen:

  • MOV, MPEG4, AVI, WMV, MPEGPS, FLV, 3GPP, WebM

 

Hier ist eine Anleitung für die drei bekanntesten Videoschnittprogramme für Windows und Mac:

 

Windows Live Movie Maker

  1. Auf „Videos und Fotos hinzufügen“ klicken und alle Fotos importieren.
  2. Alle Fotos auswählen (oder STRG + A drücken).
  3. Unter „Bearbeiten“ die Dauer auf 0,2 einstellen. Soll der Film schneller laufen einfach kleinere Werte, wie 0,15 eingeben.
  4. Um den Film auf der Festplatte zu speichern, klick auf das Fernseher-Symbol.

 

Magix Video Deluxe

  1. Erstelle ein neues Projekt.
  2. Ziehe alle Fotos per Drag and Drop auf Spur 1.
  3. Rechtsklick auf ein beliebiges Foto, dann klicke auf „Fotolänge ändern“
  4. Setze die Dauer auf 00:00:10 s und klick dann auf „Auf alle anwenden“
  5. Um den Film zu speichern, gehe auf „Datei“ und dann „Film exportieren“
  6. Speichere den Film entweder als AVI, MPEG4 oder QuickTime Movie (MOV)

 

Apple iMovie

  1. Gehe auf „Ablage“ und dann „Neuer Film“. Wähle „Kein Thema“ für deinen Film.
  2. Wähle alle Fotos aus, indem du CMD + A drückst.
  3. Klick oben rechts auf „Anpassen“ und dann auf das kleine (i).
  4. Stell die Dauer auf 0,3. Wenn das zu langsam ist, verwende kleinere Werte wie 0,2.
  5. Speichere den Film, indem du oben links auf „Bereitstellen“ klickst.

Soundeffekte

Damit dein Film realistisch wird, braucht er Sounds. Damit du sie nicht alle selbst aufnehmen musst, habe ich hier ein paar der besten Websites zusammengestellt.

Bitte die Nutzungsbedingungen beachten!

 

Musik

Willst du dein Brickfilm auf YouTube hochladen, musst du mit der Musik vorsichtig sein. Nicht jede Musik kann frei verwendet werden. Ansonsten kann dein Video oder zuletzt dein Kanal gesperrt werden.

Tipp: „Kostenlose Musik“ bedeutet nicht immer gleich, dass es kein Copyright gibt!

Hier ist eine Übersicht der besten Seiten für (meist) frei verwendbare Musik:

Bitte die Nutzungsbedingungen beachten!

 

Alles, was du über Spezialeffekte wissen musst, erfährst du im Profitutorial!

Brickfilm Tutorial – Profis

Ein Stop-Motion Tutorial für Profis

 

Spezialeffekte

Spezialeffekte in Lego Brickfilmen sehen zwar gut aus, sind aber sehr aufwendig. Häufig werden diese Effekte erst nachträglich mit dem Computer eingefügt. Hier zeige ich euch wie ihr Spezialeffekte auch ohne aufwendige Nachbearbeitung mit dem PC erstellt!

 

Feuer

Um ein Feuer in der Lego Welt entstehen zu lassen, braucht ihr zuerst eine oder mehrere Original Lego Flammen. Damit das Feuer realistisch aussieht, muss es sich natürlich bewegen. Befestigt die Flammen am besten mit kleinen roten Steinen an dem Objekt das Brennen soll.Nach jedem aufgenommenen Foto dreht ihr die Flammen einfach etwas im Kreis herum.

Um das Feuer noch besser darzustellen kann man auch die Ausbreitung des Feuers simulieren. Anfangs nehmt ihr erst eine Flamme, nach ein paar Sekunden können dann weitere Flammen hinzugefügt werden.

Tipp: Feuer sieht nur mit der richtigen Beleuchtung gut aus, versuch mal eine rote Folie vor deiner Lichtquelle zu befestigen.

Rauch

Für einfachen Rauch kann etwas Watte verwendet werden. Vorher sollte die Watte jedoch etwas zerrupft werden. Anfangs nur ein bisschen Watte verwenden und mit der Zeit immer mehr hinzufügen. Dadurch sieht es so aus als würde der Rauch erst entstehen.

 

Wasser

Wasser ist der schwierigste Spezialeffekt. Echtes Wasser ist nicht empfehlenswert, auch wenn der selbst gebaute Lego Behälter wasserfest aussieht. Durch Zwischenräume fließt das Wasser meist schnell ab. Trotzdem kann man Flüsse, Meer und Seen in Lego nachstellen.

Die erste Möglichkeit wäre einfach flache blaue Legosteine zu verwenden. Der Trick dabei ist, dass man „schwimmenden“ Lego Männchen die Beine entfernt, und nur den Oberkörper bewegt. Soll ein Auto ins Wasser fahren, muss das Auto während es ins Wasser fährt von unten Schritt für Schritt abgebaut werden. Am Schluss ist z. B. nur noch das Dach zu sehen.

Die zweite Möglichkeit wäre Klarsichtfolie zu verwenden. Diese wird nach jedem Foto leicht bewegt, um so Wellen nachzustellen.

 

Explosionen

Explosionen können wie Rauch mit Watte nachgestellt werden. Der Unterschied besteht darin, dass man bei Explosionen, die Wolle nur für 1 – 2 Einzelbilder sieht.

Springen

Soll ein Lego Männchen ein Sprung machen, kann ohne PC nur schwierig getrickst werden. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel die Lego Figur vor einer Wand springen zu lassen. Dann kann die Figur seitlich mit UHU patafix an der Wand befestigt werden.

Nachdem Lego Figuren ihre Beine nicht abknicken können, müssen die Arme eine Schwungbewegung machen. Zum Ausholen, die Arme leicht nach hinten bewegen. Vor dem Absprung, die Arme etwas nach vorne bewegen.

Soll das Lego Männchen nicht vor einer Wand springen, hilft nur ein Legostein. Dazu stellt man einfach die Legofigur auf den Stein, wenn sie im Film springen soll. Damit dieser einfache Trick unauffällig bleibt, sollte der Stein entweder durchsichtig sein oder dieselbe Farbe haben wie der Untergrund. Dadurch, dass die Sprungsequenz nur sehr kurz ist (ca. 6 Fotos), kann man sich mit diesem Trick viel Aufwand mit dem PC sparen.

Kamerafahrten

Kamerafahrten müssen genau wie Legofiguren Bild für Bild fotografiert werden. Mögliche Kamerafahrten wären z. B. Schwenk von links nach rechts oder ein einfacher Zoom.

Soll die Kamera von links nach rechts gedreht werden, müssen mehrere Fotos aufgenommen werden. Das erste Foto wird aufgenommen, wenn die Kamera ganz nach links zeigt. Nach jedem aufgenommenen Foto muss die Kamera nur ein kleines Stück weiter nach rechts gedreht werden, soweit bis sie ganz nach rechts zeigt.

Für einen Kameraschwenk können bis zu 10 Bilder aufgenommen werden. Je mehr Bilder du für den Schwenk fotografierst, desto flüssiger sieht er später im Film aus!

 

Emotionen

Um eine Legofigur lebendiger wirken zu lassen, sollte sich auch der Gesichtsausdruck verändern. Das lässt sich nur erreichen, indem der Kopf zwischen zwei Fotos ausgewechselt wird.

Schau dir die Köpfe deiner Lego Männchen an und versuche herauszufinden ob sich 2 oder mehr Gesichter ähnlich sehen. Haben diese jeweils auch noch einen anderen Gesichtsausdruck, kannst du sie zum Auswechseln bereit legen! Hat die Figur zum Beispiel einen Hut auf, muss dieser natürlich auch auf den ausgewechselten Kopf!